Buchvernissage

«Die wesentliche Eigenart aber liegt in der Blüte»

von Anna Hilti

 

Alle Veranstaltungen wurde infolge der Corona-Krise abgesagt.

 

 

Buchvernissage

«Die wesentliche Eigenart aber liegt in der Blüte»

von Anna Hilti

 

Alle Veranstaltungen wurde infolge der Corona-Krise abgesagt.

 

Mit dem Pilotprojekt «Buch und Literatur Ost+» fördern die Ostschweizer Kantone und das Fürstentum Liechtenstein das Buch und die Stärkung des Netzwerkes Literatur durch disziplinübergreifende Forschung und Kollaboration.

Beim Lesen beginnen: Was passiert, wenn sich eine Schriftstellerin, ein Übersetzer, eine Verlegerin oder ein Illustrator mit bekannten oder unbekannten Kolleginnen, Fachleuten, Forschern und Künstlerinnen zusammentut, um gemeinsam einen bereits existierenden Text als Ausgangspunkt für eine eigene gemeinsame Arbeit zu nehmen? Welche Netze spinnen sich? Und welche Formen finden sich für die gemeinsamen Fragen und Erkenntnisse?

Nachdem im Jahr 2017 drei erste Projekte angestossen wurden, haben die die Ostschweizer Kantone und das Fürstentum Liechtenstein nun zur Eingabe neuer Projekte für die zweite Förderrunde eingeladen. Bewerbungen konnten bis zum 31. Mai 2019 eingereicht werden.

Es handelt sich um ein zweistufiges Bewerbungsverfahren: Die Projektgruppe des Pilotförderprogramms wählt aus den eingehenden Bewerbungen am 24. Juni 2019 diejenigen Projekte aus, die bis zum 10. September 2019 ausgearbeitet vorliegen sollen und am 16. September 2019 in einer zweiten Runde vorgestellt werden. Am 16. September 2019 wird abschliessend über die Projekte entschieden, die zur Umsetzung unterstützt werden.

 

Download:
Ausschreibungs-PDF

Mit dem Pilotprojekt «Buch und Literatur Ost+» fördern die Ostschweizer Kantone und das Fürstentum Liechtenstein das Buch und die Stärkung des Netzwerkes Literatur durch disziplinübergreifende Forschung und Kollaboration.

Beim Lesen beginnen: Was passiert, wenn sich eine Schriftstellerin, ein Übersetzer, eine Verlegerin oder ein Illustrator mit bekannten oder unbekannten Kolleginnen, Fachleuten, Forschern und Künstlerinnen zusammentut, um gemeinsam einen bereits existierenden Text als Ausgangspunkt für eine eigene gemeinsame Arbeit zu nehmen? Welche Netze spinnen sich? Und welche Formen finden sich für die gemeinsamen Fragen und Erkenntnisse?

Nachdem im Jahr 2017 drei erste Projekte angestossen wurden, haben die die Ostschweizer Kantone und das Fürstentum Liechtenstein nun zur Eingabe neuer Projekte für die zweite Förderrunde eingeladen. Bewerbungen konnten bis zum 31. Mai 2019 eingereicht werden.

Es handelt sich um ein zweistufiges Bewerbungsverfahren: Die Projektgruppe des Pilotförderprogramms wählt aus den eingehenden Bewerbungen am 24. Juni 2019 diejenigen Projekte aus, die bis zum 10. September 2019 ausgearbeitet vorliegen sollen und am 16. September 2019 in einer zweiten Runde vorgestellt werden. Am 16. September 2019 wird abschliessend über die Projekte entschieden, die zur Umsetzung unterstützt werden.

 

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Bücher werden nicht im stillen Kämmerlein gemacht: Auch wenn an ihrem Anfang oft die solitäre Arbeit am Text steht, liegen ihrer Entstehung verschiedenste Formen des gemeinsamen Forschens und Schaffens zugrunde. Die Arbeit am Buch speist sich aus Lektüren und Gesprächen, sie kann scheitern, auf Umwegen verlaufen und immer wieder überraschende Wendungen nehmen.

Im Jahr 2017 lancierte die Kulturbeauftragten-Konferenz der Ostschweizer Kantone und des Fürstentum Liechtensteins (KBK Ost) – ergänzend zu den bestehenden Förderinstrumenten der einzelnen Kantone – ein vierjähriges Pilot-Förderprogramm, das ebendiese Aspekte der Arbeit am Buch in den Vordergrund stellt.

Basierend auf einem Konzept der Schriftstellerin Dorothee Elmiger und des Kulturvermittlers Johannes Stieger werden in der vier Jahre dauernden Pilotphase (2017-2020) Projekte gefördert, die ausgehend von einem bestehenden Werk die disziplinübergreifende Zusammenarbeit und konstruktive Auseinandersetzung suchen:  zwischen Autorinnen und Autoren, Übersetzenden, Verlagen, Bibliotheken, Literaturhäusern und –veranstaltenden, Vermittelnden und dem Publikum.  Interessante Texte bzw. Bücher finden so (wieder) ihren Weg zu den Leserinnen und Lesern. Das Pilot-Förderprogramm für die Literatur und das Buch ist als offener Prozess angelegt, der die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteurinnen und Akteure im Buchwesen und der Literaturlandschaft in der Ostschweiz und Liechtenstein unterstützen will.

Das Pilot-Förderprogramm verfügt über einen Rahmenkredit von CHF 400’000.-. Damit können bis zu acht Projekte mit Bezug zur Ostschweiz und dem Fürstentum Liechtenstein gefördert werden. Für die Auswahl der Projekte wurde eine siebenköpfige interkantonale Projektgruppe eingesetzt. Diese setzt sich zusammen aus zwei kantonalen Vertretenden und fünf Akteurinnen und Akteure aus dem Literatur-/Buchnetzwerk. Die Geschäftsführung wird jeweils von einem der beteiligten Kantone übernommen, momentan liegt sie bei der Kulturförderung des Kantons St.Gallen.

 

Die Mitglieder der Projektgruppe:

  • Margrit Bürer, Leiterin Amt für Kultur Appenzell Ausserrhoden
  • Dorothee Elmiger, Schriftstellerin
  • Corina Freudiger, Leiterin Kaufleuten Kultur, Zürich
  • Jens Lampater, Leiter Stadttheater Schaffhausen
  • Matthias Ospelt, Autor, Kabarettist
  • Fritz Rigendinger, Leiter Fachstelle Kulturförderung Kanton Glarus
  • Johannes Stieger, Kulturvermittler

 

Geschäftsführung:

  • Mireille Loher, Kulturförderung Kanton St.Gallen

Bücher werden nicht im stillen Kämmerlein gemacht: Auch wenn an ihrem Anfang oft die solitäre Arbeit am Text steht, liegen ihrer Entstehung verschiedenste Formen des gemeinsamen Forschens und Schaffens zugrunde. Die Arbeit am Buch speist sich aus Lektüren und Gesprächen, sie kann scheitern, auf Umwegen verlaufen und immer wieder überraschende Wendungen nehmen.

Im Jahr 2017 lancierte die Kulturbeauftragten-Konferenz der Ostschweizer Kantone und des Fürstentum Liechtensteins (KBK Ost) – ergänzend zu den bestehenden Förderinstrumenten der einzelnen Kantone – ein vierjähriges Pilot-Förderprogramm, das ebendiese Aspekte der Arbeit am Buch in den Vordergrund stellt.

Basierend auf einem Konzept der Schriftstellerin Dorothee Elmiger und des Kulturvermittlers Johannes Stieger werden in der vier Jahre dauernden Pilotphase (2017-2020) Projekte gefördert, die ausgehend von einem bestehenden Werk die disziplinübergreifende Zusammenarbeit und konstruktive Auseinandersetzung suchen:  zwischen Autorinnen und Autoren, Übersetzenden, Verlagen, Bibliotheken, Literaturhäusern und –veranstaltenden, Vermittelnden und dem Publikum.  Interessante Texte bzw. Bücher finden so (wieder) ihren Weg zu den Leserinnen und Lesern. Das Pilot-Förderprogramm für die Literatur und das Buch ist als offener Prozess angelegt, der die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteurinnen und Akteure im Buchwesen und der Literaturlandschaft in der Ostschweiz und Liechtenstein unterstützen will.

Das Pilot-Förderprogramm verfügt über einen Rahmenkredit von CHF 400’000.-. Damit können bis zu acht Projekte mit Bezug zur Ostschweiz und dem Fürstentum Liechtenstein gefördert werden. Für die Auswahl der Projekte wurde eine siebenköpfige interkantonale Projektgruppe eingesetzt. Diese setzt sich zusammen aus zwei kantonalen Vertretenden und fünf Akteurinnen und Akteure aus dem Literatur-/Buchnetzwerk. Die Geschäftsführung wird jeweils von einem der beteiligten Kantone übernommen, momentan liegt sie bei der Kulturförderung des Kantons St.Gallen.

 

Die Mitglieder der Projektgruppe:

  • Margrit Bürer, Leiterin Amt für Kultur Appenzell Ausserrhoden
  • Dorothee Elmiger, Schriftstellerin
  • Corina Freudiger, Leiterin Kaufleuten Kultur, Zürich
  • Jens Lampater, Leiter Stadttheater Schaffhausen
  • Matthias Ospelt, Autor, Kabarettist
  • Fritz Rigendinger, Leiter Fachstelle Kulturförderung Kanton Glarus
  • Johannes Stieger, Kulturvermittler

 

Geschäftsführung:

  • Mireille Loher, Kulturförderung Kanton St.Gallen

Initianten und Trägerschaft:

Die Kulturbeauftragten der Ostschweizer Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, St.Gallen, Thurgau, Zürich sowie des Fürstentum Liechtensteins.

 

Geschäftsführung:

Initianten und Trägerschaft:

Die Kulturbeauftragten der Ostschweizer Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, St.Gallen, Thurgau, Zürich sowie des Fürstentum Liechtensteins.

 

Geschäftsführung:

Pilot–Förderprogramm der Ostschweizer Kantone
und des Fürstentums Liechtenstein

 

 

 

zu den geförderten Projekten der zweiten Runde…

Pilot–Förderprogramm der Ostschweizer Kantone
und des Fürstentums Liechtenstein

 

 

 

zu den geförderten Projekten der zweiten Runde…

Anna Hilti
«Die wesentliche Eigenart aber liegt in der Blüte»

 

In ihrem Projekt beschäftigt sich die Liechtensteiner Künstlerin, Illustratorin und Vermittlerin Anna Hilti mit der Spinnen-Ragwurz (Ophrys sphegodes), einer bis in die sechziger Jahre in ihrer Heimat anzutreffenden Orchideenart, die seither verschwunden ist. Dieses spurlose Verschwinden wird den Kern der Arbeit bilden. Ausgangspunkt für das Projekt ist der  1954 erschienene Aufsatz «Die Orchideen Liechtensteins» des Pädagogen und autodidaktischen Botanikers Dr. Wilhelm Ganss. Um die Thematik von verschiedenen Seiten und in Form von Bild und Text zu beleuchten und auch in einen gesellschaftlichen Kontext zu stellen, hat Anna Hilti drei Personen beigezogen: Die Grafikerin und Buchgestalterin Krispin Hée (Zürich/Berlin; Schwerpunkt: Grafik, Publikation), die Kostümbildnerin Laura Locher (Zürich; Schwerpunkt: Szenische Umsetzung) und den Medienwissenschaftler und Lehrer Georg Tscholl (Grabs/SG; Schwerpunkt: Text). Ebenso wird die Projektleiterin eng mit dem Kunstverein Schichtwechsel (Liechtenstein; Schwerpunkt: Ausstellung, Vermittlung) zusammenarbeiten. Das Mentorat hat der Künstler und Dozent Alex Hanimann übernommen.Aus dem Projekt ergeben sich drei Schwerpunkte: Ein Buch (Textbeiträge, Interviewbeiträge, ein Glossar, mind. zwei Bildbeiträge), ein Vermittlungsprogramm (Workshops zum Thema für verschiedene Altersgruppen) und eine Ausstellung (Zeichnungen, Textilarbeit).Erste Resultate des Projektes werden im Mai 2019 an einer Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Schichtwechsel gezeigt. Im weiteren Verlauf des Jahres folgen Workshops, eine weitere Ausstellung sowie gegen Ende des Jahres die Präsentation des Buchs (herausgegeben von spector books).

Annette Hug
«trobadora.montage»

 

Trobadora Beatriz ist eine fantastische Gestalt, von Irmtraud Morgner erfunden. Die Minnesängerin hatte auf das Ende des Patriarchats gehofft, jetzt jagt sie durch die DDR. Der Roman «Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz in Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura» (1974) ist ein Bergwerk an Genres, hier sprüht es vor Witz und Wut, aber auch von Poesie und Neugier.

Die Zürcher Autorin Annette Hug hat die Autorinnen, Journalistinnen und politisch engagierten Literaturfachfrauen Ivona Brđanović, Nina Fargahi, Johanna Lier, Gianna Molinari und Natascha Wey eingeladen, das Buch bei einem Symposium im Alpenhof, Oberegg St. Anton vor dem Hintergrund der #metoo-Debatten zu diskutieren, neue Texte entstehen zu lassen und gemeinsam mit der Dramaturgin Monika Gysel über Auftrittsformen nachzudenken.

Das Buch erscheint am 26. März 2019 und kann dann direkt bei www.essaisagites.ch oder über den Buchhandel bestellt werden. Die Beiträge werden 2019 in der ganzen Ostschweiz zu hören sein.

 

Copyright: Ute Schendel
Copyright: Ute Schendel
Ausstellungseröffnung in der Bibliothek Hauptpost
Josef Felix Müller
«Geografie der Freiheit»

 

Der Verleger und Künstler Josef Felix Müller ist durch einen Hinweis der Kunstwissenschaftlerin Sara Zürcher auf den Text «Meanwhile» des britischen Schriftstellers, Malers und Kunstkritikers John Berger gestossen. Kurzerhand lässt er die englische Fassung von Christina Lowis ins Deutsche übersetzen und sein Pilotprojekt beginnt zu wuchern.

Der Text «Haftgenossen» verhandelt politische und gesellschaftliche Strukturen, die den Menschen kollektiv in Haft nehmen. John Berger sucht nach einem anschaulichen Bild, das die jetzige Epoche umschreibt: «Das Bild, das ich zur Orientierung gefunden habe, ist das des Gefängnisses. Nichts weniger als das. Überall auf der Welt leben wir im Gefängnis. Das Wörtchen ‹Wir› ist inzwischen verdächtig, sobald es gedruckt oder auf Bildschirmen ausgesprochen wird, wird es doch permanent von den Machthabenden im Munde geführt, mit dem demagogischen Anspruch, dass sie auch für diejenigen sprechen, denen der Zugang zur Macht verwehrt ist. Lassen Sie uns von uns selbst als den anderen sprechen: Sie leben in einem Gefängnis.» In der Folge collagiert Berger in einem Rundgang durch die Geschichte dieses Gefängnis – nicht als Metapher, sondern als realer Zustand unserer Lebensumstände.

Von Bergers Worten befeuert recherchiert Josef Felix Müller und diskutiert mit Expert*innen. Im Gespräch mit dem Theologen Rolf Bossart entwickelt er beispielsweise die namensgebende Klammer für das Projekt: «Geografie der Freiheit». Autor*innen und Künstler*innen erkunden für eine Publikation die Bedingungen und Spielräume von Freiheit. Bis zur Vernissage im Herbst 2019 wird sich diese Expeditionsgemeinschaft rund um Müller stetig wandeln und mit einer kleinen Ausstellung und verschiedenen Veranstaltungen unser aller Gefängnis weiter erforschen und allenfalls auch den einen oder anderen Fluchtweg auskundschaften.

Anna Hilti
«Die wesentliche Eigenart aber liegt in der Blüte»

 

In ihrem Projekt beschäftigt sich die Liechtensteiner Künstlerin, Illustratorin und Vermittlerin Anna Hilti mit der Spinnen-Ragwurz (Ophrys sphegodes), einer bis in die sechziger Jahre in ihrer Heimat anzutreffenden Orchideenart, die seither verschwunden ist. Dieses spurlose Verschwinden wird den Kern der Arbeit bilden. Ausgangspunkt für das Projekt ist der  1954 erschienene Aufsatz «Die Orchideen Liechtensteins» des Pädagogen und autodidaktischen Botanikers Dr. Wilhelm Ganss. Um die Thematik von verschiedenen Seiten und in Form von Bild und Text zu beleuchten und auch in einen gesellschaftlichen Kontext zu stellen, hat Anna Hilti drei Personen beigezogen: Die Grafikerin und Buchgestalterin Krispin Hée (Zürich/Berlin; Schwerpunkt: Grafik, Publikation), die Kostümbildnerin Laura Locher (Zürich; Schwerpunkt: Szenische Umsetzung) und den Medienwissenschaftler und Lehrer Georg Tscholl (Grabs/SG; Schwerpunkt: Text). Ebenso wird die Projektleiterin eng mit dem Kunstverein Schichtwechsel (Liechtenstein; Schwerpunkt: Ausstellung, Vermittlung) zusammenarbeiten. Das Mentorat hat der Künstler und Dozent Alex Hanimann übernommen.Aus dem Projekt ergeben sich drei Schwerpunkte: Ein Buch (Textbeiträge, Interviewbeiträge, ein Glossar, mind. zwei Bildbeiträge), ein Vermittlungsprogramm (Workshops zum Thema für verschiedene Altersgruppen) und eine Ausstellung (Zeichnungen, Textilarbeit).Erste Resultate des Projektes werden im Mai 2019 an einer Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Schichtwechsel gezeigt. Im weiteren Verlauf des Jahres folgen Workshops, eine weitere Ausstellung sowie gegen Ende des Jahres die Präsentation des Buchs (herausgegeben von spector books).

Annette Hug
«trobadora.montage»

 

Trobadora Beatriz ist eine fantastische Gestalt, von Irmtraud Morgner erfunden. Die Minnesängerin hatte auf das Ende des Patriarchats gehofft, jetzt jagt sie durch die DDR. Der Roman «Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz in Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura» (1974) ist ein Bergwerk an Genres, hier sprüht es vor Witz und Wut, aber auch von Poesie und Neugier.

Die Zürcher Autorin Annette Hug hat die Autorinnen, Journalistinnen und politisch engagierten Literaturfachfrauen Ivona Brđanović, Nina Fargahi, Johanna Lier, Gianna Molinari und Natascha Wey eingeladen, das Buch bei einem Symposium im Alpenhof, Oberegg St. Anton vor dem Hintergrund der #metoo-Debatten zu diskutieren, neue Texte entstehen zu lassen und gemeinsam mit der Dramaturgin Monika Gysel über Auftrittsformen nachzudenken.

Das Buch erscheint am 26. März 2019 und kann dann direkt bei www.essaisagites.ch oder über den Buchhandel bestellt werden. Die Beiträge werden 2019 in der ganzen Ostschweiz zu hören sein.

 

Copyright: Ute Schendel
Copyright: Ute Schendel
Ausstellungseröffnung in der Bibliothek Hauptpost
Josef Felix Müller
«Geografie der Freiheit»

 

Der Verleger und Künstler Josef Felix Müller ist durch einen Hinweis der Kunstwissenschaftlerin Sara Zürcher auf den Text «Meanwhile» des britischen Schriftstellers, Malers und Kunstkritikers John Berger gestossen. Kurzerhand lässt er die englische Fassung von Christina Lowis ins Deutsche übersetzen und sein Pilotprojekt beginnt zu wuchern.

Der Text «Haftgenossen» verhandelt politische und gesellschaftliche Strukturen, die den Menschen kollektiv in Haft nehmen. John Berger sucht nach einem anschaulichen Bild, das die jetzige Epoche umschreibt: «Das Bild, das ich zur Orientierung gefunden habe, ist das des Gefängnisses. Nichts weniger als das. Überall auf der Welt leben wir im Gefängnis. Das Wörtchen ‹Wir› ist inzwischen verdächtig, sobald es gedruckt oder auf Bildschirmen ausgesprochen wird, wird es doch permanent von den Machthabenden im Munde geführt, mit dem demagogischen Anspruch, dass sie auch für diejenigen sprechen, denen der Zugang zur Macht verwehrt ist. Lassen Sie uns von uns selbst als den anderen sprechen: Sie leben in einem Gefängnis.» In der Folge collagiert Berger in einem Rundgang durch die Geschichte dieses Gefängnis – nicht als Metapher, sondern als realer Zustand unserer Lebensumstände.

Von Bergers Worten befeuert recherchiert Josef Felix Müller und diskutiert mit Expert*innen. Im Gespräch mit dem Theologen Rolf Bossart entwickelt er beispielsweise die namensgebende Klammer für das Projekt: «Geografie der Freiheit». Autor*innen und Künstler*innen erkunden für eine Publikation die Bedingungen und Spielräume von Freiheit. Bis zur Vernissage im Herbst 2019 wird sich diese Expeditionsgemeinschaft rund um Müller stetig wandeln und mit einer kleinen Ausstellung und verschiedenen Veranstaltungen unser aller Gefängnis weiter erforschen und allenfalls auch den einen oder anderen Fluchtweg auskundschaften.

Annett Höland
«There’s something wrong with my hands.
Oh yes, they’re not holding you»

Die Liechtensteiner Gestalterin und Kuratorin Annett Höland geht zusammen mit Partnerinnen und Partnern aus den Bereichen Kunst, Architektur, Forschung und Design der Frage nach, welche Möglichkeiten und Einschränkungen die technologischen Mittel der undinglichen Welt in Zusammenhang mit der Produktion und Vermittlung von Inhalten, insbesondere mittels Text, bieten. Wie können durch digitale und analoge Mittel Zugänge zu vielschichtigen Inhalten ermöglicht und Räume der Begegnung und Zusammenarbeit geschaffen werden? Welche Rolle kommt dabei der Idee des Buches, an der Schnittstelle zwischen digitaler und analoger Welt, zu?

In „Dinge und Undinge. Phänomenologische Skizzen“ aus dem Jahr 1993 beschreibt der Kulturtheoretiker Vilém Flusser eine Welt, in der Dinge von Undingen (Informationen) verdrängt werden. Dass laut Flusser die Fingerspitzen zum wichtigsten Organ des Menschen geworden sind, unterstreicht nicht zuletzt der Siegeszug des Touchscreens. Die Texte „Das Unding I“ und „Das Unding II“ bilden die Ausgangslage für das Projekt „There’s something wrong with my hands. Oh yes, they’re not holding you.“*. Zusammen mit der Künstlerin Delphine Chapuis Schmitz (Zürich), dem Architekten Hannes Oswald (Zürich), den Forschenden Hanna Bergman (The Reading School, Kopenhagen), Silvio Lorusso (PublishingLab, Amsterdam) und Anita Jóri (Vilém Flusser Archiv, Berlin) sowie den Designern Johnson/Kingston (Bern/Luzern) und den Entwicklern von Abusizz (Zürich/Zermatt) wird die Aktualität der Gedanken Flussers geprüft. Wo stehen wir heute, mehr als 25 Jahre nach Veröffentlichung des Werkes und wie können wir dieses weiterdenken? Sind wir heute wirklich so „handlos“ wie es Flussers Worte glauben lassen?

* Titel dem Lied „Wallflower“ der kanadischen Band The Burning Hell entnommen

 

 

Sarah Elena Müller
«Meine Sprache und Ich»

Ilse Aichingers Textwelt ist eine, die dem direkten körperlichen Zugriff schweigend entgegenhält und jeglichem Konformismus und Komfort in der Sprache misstraut. Begriffe, Figuren und Narrative stehen egalitär zueinander, Zusammenhang und Definition, Immersion und Emotion treten nicht als mitreissende Kräfte auf, aber auch nie als Zwang – vielmehr ist das Lesen ein Suchen nach der eigentlichen Form des Suchens.

Zum 100-jährigen Geburtstag von Ilse Aichinger 2021 entwirft die Autorin und Musikerin Sarah Elena Müller in Kooperation mit dem Virtual Reality Entwickler Benjamin Rudolf und Expert*innen aus den Bereichen Lyrik, Theater und Sprachphilosophie ein Virtual Reality Erlebnis, das auf den kritischen Schriften der Nachkriegsautorin basiert. Begriffsschöpfungen, Sätze, Kurztexte und Interviewzitate von Aichinger werden in einer interaktiven Welt für eine Spieler*in auditiv, visuell und haptisch erlebbar gemacht. Über die Transition von analoger zu virtueller Realität wird Protokoll geführt, diskutiert, Momente des Funktionierens und Nicht-Funktionierens von Immersion verhandelt und getestet. Der Kontrast zwischen der Textwelt Aichingers und einem Medium, das von einer fast übersteigerten Hyperzugänglichkeit seiner Inhalte träumt, bietet Reibungsfläche.

Das Virtual Reality Erlebnis wird als Einstiegswerkzeug in Diskussionsformate über den Sprachbegriff Aichingers und dessen Anknüpfungspunkte an den heutigen sprachpolitischen Diskurs konzipiert und in einem gemeinschaftlichen Rahmen präsentiert.

Annett Höland
«There’s something wrong with my hands.
Oh yes, they’re not holding you»

Die Liechtensteiner Gestalterin und Kuratorin Annett Höland geht zusammen mit Partnerinnen und Partnern aus den Bereichen Kunst, Architektur, Forschung und Design der Frage nach, welche Möglichkeiten und Einschränkungen die technologischen Mittel der undinglichen Welt in Zusammenhang mit der Produktion und Vermittlung von Inhalten, insbesondere mittels Text, bieten. Wie können durch digitale und analoge Mittel Zugänge zu vielschichtigen Inhalten ermöglicht und Räume der Begegnung und Zusammenarbeit geschaffen werden? Welche Rolle kommt dabei der Idee des Buches, an der Schnittstelle zwischen digitaler und analoger Welt, zu?

In „Dinge und Undinge. Phänomenologische Skizzen“ aus dem Jahr 1993 beschreibt der Kulturtheoretiker Vilém Flusser eine Welt, in der Dinge von Undingen (Informationen) verdrängt werden. Dass laut Flusser die Fingerspitzen zum wichtigsten Organ des Menschen geworden sind, unterstreicht nicht zuletzt der Siegeszug des Touchscreens. Die Texte „Das Unding I“ und „Das Unding II“ bilden die Ausgangslage für das Projekt „There’s something wrong with my hands. Oh yes, they’re not holding you.“*. Zusammen mit der Künstlerin Delphine Chapuis Schmitz (Zürich), dem Architekten Hannes Oswald (Zürich), den Forschenden Hanna Bergman (The Reading School, Kopenhagen), Silvio Lorusso (PublishingLab, Amsterdam) und Anita Jóri (Vilém Flusser Archiv, Berlin) sowie den Designern Johnson/Kingston (Bern/Luzern) und den Entwicklern von Abusizz (Zürich/Zermatt) wird die Aktualität der Gedanken Flussers geprüft. Wo stehen wir heute, mehr als 25 Jahre nach Veröffentlichung des Werkes und wie können wir dieses weiterdenken? Sind wir heute wirklich so „handlos“ wie es Flussers Worte glauben lassen?

* Titel dem Lied „Wallflower“ der kanadischen Band The Burning Hell entnommen

 

 

Sarah Elena Müller
«Meine Sprache und Ich»

Ilse Aichingers Textwelt ist eine, die dem direkten körperlichen Zugriff schweigend entgegenhält und jeglichem Konformismus und Komfort in der Sprache misstraut. Begriffe, Figuren und Narrative stehen egalitär zueinander, Zusammenhang und Definition, Immersion und Emotion treten nicht als mitreissende Kräfte auf, aber auch nie als Zwang – vielmehr ist das Lesen ein Suchen nach der eigentlichen Form des Suchens.

Zum 100-jährigen Geburtstag von Ilse Aichinger 2021 entwirft die Autorin und Musikerin Sarah Elena Müller in Kooperation mit dem Virtual Reality Entwickler Benjamin Rudolf und Expert*innen aus den Bereichen Lyrik, Theater und Sprachphilosophie ein Virtual Reality Erlebnis, das auf den kritischen Schriften der Nachkriegsautorin basiert. Begriffsschöpfungen, Sätze, Kurztexte und Interviewzitate von Aichinger werden in einer interaktiven Welt für eine Spieler*in auditiv, visuell und haptisch erlebbar gemacht. Über die Transition von analoger zu virtueller Realität wird Protokoll geführt, diskutiert, Momente des Funktionierens und Nicht-Funktionierens von Immersion verhandelt und getestet. Der Kontrast zwischen der Textwelt Aichingers und einem Medium, das von einer fast übersteigerten Hyperzugänglichkeit seiner Inhalte träumt, bietet Reibungsfläche.

Das Virtual Reality Erlebnis wird als Einstiegswerkzeug in Diskussionsformate über den Sprachbegriff Aichingers und dessen Anknüpfungspunkte an den heutigen sprachpolitischen Diskurs konzipiert und in einem gemeinschaftlichen Rahmen präsentiert.